„Klo-Mobbing“ bei Katzen: was wirklich dahintersteckt, und wie du es löst

"Klo-Mobbing" bei Katzen

was wirklich dahintersteckt, und wie du es löst

Eine Katze sitzt vor dem Klo und wartet. Sobald die andere fertig ist, springt sie drauf. Das ist, was häufig als “Klo-Mobbing” bezeichnet wird.

Das Problem dabei ist, dass es leider in Mehrkatzenhaushalten sehr häufig vorkommt, unter Umständen massiven Stress verursacht und zu Unsauberkeit führen kann.

In diesem Beitrag geht es darum, warum es zum Auflauern vor der Toilette kommt – und was du dagegen tun kannst.

Du hörst lieber statt zu lesen?

Hier kannst du dir meine zugehörige Podcastfolge anhören:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Was „Klo-Mobbing" eigentlich bedeutet und warum der Begriff in die Irre führt

Das Verhalten bekommt in der Praxis oft den Namen “Klo-Mobbing”. Ich habe ihn damals in meiner Ausbildung genauso gelernt – aber er ist problematisch. Denn Mobbing impliziert Absicht. Jemand will bewusst schaden.

Das ist nicht so.

Eine Katze möchte einer anderen nie schaden. Sie möchte nur ihre eigenen Bedürfnisse erfüllen. Was hinter dem Verhalten stecken kann, ist unter anderem Langeweile, der Wunsch nach Sozialkontakt oder Unsicherheit.

Das Klo ist dabei der perfekte Ort, um diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Die Zweitkatze auf dem Klo anzugreifen und sie von dort zu verjagen, kann Spaß machen, bringt Sozialkontakt und führt zu Erfolgserlebnissen.

Was das Auflauern bei der anderen Katze auslöst

Für die Katze im Klo fühlt sich das komplett anders an. Sie lernt: Hier bin ich nicht sicher. Und je öfter das passiert, desto stärker verankert sich genau diese Verknüpfung.

Die langfristige Folge davon kann sein, dass nicht nur die Zweitkatze, sondern auch das Klo gemieden wird. Das kann daher am Ende auch zu Unsauberkeit führen.

Wie du das Problem lösen kannst

Folgende Stellschrauben können das Problem mitunter in wenigen Tagen lösen:

Anzahl der Toiletten

Pauschalaussagen sind oftmals leider nicht besonders sinnvoll. Allerdings gibt es eine gut etablierte Regel, die viele Toilettenprobleme bei Katzen löst: Es braucht eine Toilette mehr als Katzen.

Wenn also zum Beispiel zwei Katzen bei dir wohnen, benötigst du drei Toiletten. Bei drei Katzen brauchst du vier Toiletten.

Einerseits trennen Katzen Kot und Urin gerne und andererseits bedeutet mehr Auswahl auch, dass die Katzen einander besser aus dem Weg gehen können. Sie können sich also ein Klo aussuchen, das für sie am sichersten wirkt.

Verteilung der Toiletten

Wenn du mehrere Toiletten hast, können deine Katzen sich überlegen, auf welche sie gehen. Das macht allerdings nur dann wirklich Sinn, wenn sie nicht an einem Ort clustern.

Verteile die Klos auf verschiedene Räume, sodass deine Katzen eine echte Auswahl treffen können.

Weg von geschlossenen Klos

Haubenklos und Hop-In-Toiletten sind für uns Menschen oft sehr praktisch. Für Katzen sind sie allerdings eine Falle. Es gibt nur einen Ein- und Ausgang, keine gute Übersicht und keine sinnvollen Fluchtmöglichkeiten.

Deswegen sind ganz allgemein, aber vor allem bei “Klo-Mobbing”, große, offene Toiletten besser. Sie geben Sicherheit und erfüllen die Bedürfnisse von Katzen in der Regel deutlich besser.

Fluchtwege sind alles

Sind die Klos zwar räumlich gut verteilt, aber jeweils in Sackgassen aufgestellt, haben wir wieder dasselbe Problem. Die Katze muss über einen Weg hinein und hinaus, sodass ihr perfekt aufgelauert werden kann.

Beispiel: Ein Klo im Badezimmer, eines im Schrank und eines in der Abstellkammer – drei Toiletten und trotzdem keine Entlastung für die Katzen, weil jedes einzelne davon eine Sackgasse ist.

Frage dich immer: Hat deine Katze mehrere Wege wegzukommen – oder steckt sie im Klo, im Schrank oder in einem uninteressanten Raum fest?

Bedürfnisse der auflauernden Katze erfüllen

Wenn eine Katze bei der Toilette auflauert, dürfen wir uns immer überlegen, welches Ziel sie verfolgt.

  • Wenn ihr zum Beispiel langweilig ist, braucht sie eventuell mehr Beschäftigung.
  • Wünscht sie sich mehr Erfolge, braucht sie mehr Erfolge im Alltag – zB. durch Training oder Futterbeschäftigung.
  • Ist sie allgemein sehr unsicher, darf ihr Selbstvertrauen gestärkt werden.
  • Wünscht sie sich mehr Sozialkontakt, kannst du ihr den vielleicht schenken.

Warum du nicht zu lange warten solltest

Je länger deiner Katze aufgelauert wird, desto schwieriger wird es, die Situation wieder zu lösen. Denn ihre Erfahrung, dass die Zweitkatze und die Toilette gefährlich sind, wird gefestigt. Zeitgleich festigt sich auch die Gewohnheit der auflauernden Katze.

Und vielleicht kennst du es von dir selbst: Gewohnheiten zu ändern, ist oft gar nicht so einfach. Besser ist es, es gar nicht zur Gewohnheit werden zu lassen.

“Klo-Mobbing” ist nicht euer einziges Problem, sondern deine Katzen haben regelmäßig Probleme miteinander? Dann komm’ gerne in mein Erste-Hilfe-Protokoll bei Katzenstreit Dort erfährst du, mit welchen Managementmaßnahmen du Streit reduzieren oder sogar verhindern kannst, wie du richtig in Akutsituationen angreifst und wie du deine Katzen anderweitig unterstützen kannst.

Fazit: So löst du euer “Klo-Mobbing”-Problem

Hinter “Klo-Mobbing” steckt keine böse Absicht, sondern eine Katze, die etwas braucht. Und das ist die gute Nachricht, weil es bedeutet, dass du das Problem lösen kannst, wenn du weißt, wo du ansetzen musst.

Toilettenmanagement, Fluchtwege und Beschäftigung sind die ersten Maßnahmen, die schon den entscheidenden Unterschied machen können. Umso früher du handelst, umso schneller erledigt sich das Problem wieder.

Hey, ich bin Cindy,

deine Katzentrainerin mit Spezialisierung auf Disharmonie im Mehrkatzenhaushalt. Ich helfe dir, Streit, Angst und Stress zwischen Katzen zu lösen, indem du sie rundum glücklich und kompetent machst. Denn glückliche Katzen machen auch uns Menschen glücklich!

Deine Katzen streiten sich ständig?
Eine Katze zieht sich immer mehr zurück oder reagiert aggressiv?

In meinem Leitfaden um 0 € erfährst du, wie du es schaffst, dass sich deine Katzen besser verstehen.

Häufig gestellte Fragen

Das machen Katzen nicht, weil sie der anderen Katze schaden wollen, sondern weil sie ein unerfülltes Bedürfnis haben. Das können unter anderem Langeweile, zu wenig Sozialkontakt oder Unsicherheit sein. Durch unpassendes Klo-Management bieten wir Katzen leider häufig eine tolle Chance, sich dieses Bedürfnis selbst zu erfüllen.

In den meisten Fällen helfen mehr und besser verteilte Klos, offene statt geschlossener Toiletten, Standorte mit mehreren Fluchtwegen – und mehr Beschäftigung für die auflauernde Katze, damit ihr eigentliches Bedürfnis erfüllt wird.

Das hängt davon ab, wie lange das Verhalten schon anhält und wie konsequent du die Umgebung anpasst. Wer früh handelt, sieht oft schon nach wenigen Tagen erste Verbesserungen.

Hey, ich bin Cindy,

deine Katzentrainerin mit Spezialisierung auf Disharmonie im Mehrkatzenhaushalt. Ich helfe dir, Streit, Angst und Stress zwischen Katzen zu lösen, indem du sie rundum glücklich und kompetent machst. Denn glückliche Katzen machen auch uns Menschen glücklich!

Deine Katzen streiten sich ständig?
Eine Katze zieht sich immer mehr zurück oder reagiert aggressiv?

In meinem Leitfaden um 0 € erfährst du, wie du es schaffst, dass sich deine Katzen besser verstehen.

Schreibe einen Kommentar