Disharmonie im Mehrkatzenhaushalt: Wenn Katzen streiten

Wenn Katzen streiten

Wie du die Harmonie im Mehrkatzenhaushalt (wieder-)herstellst

Es könnte soo schön sein. Zwei (oder mehr) Katzen, die miteinander spielen, kuscheln, sich Spielzeuge teilen und einfach harmonisch zusammenleben.

Die Realität sieht oft anders aus… Von plötzlichen, unerwarteten Kämpfen über das ständigen Bedrängen bis hin zu Mobbing ist alles möglich und leider auch gar nicht so selten.

Die harte Wahrheit ist: Wenn die Persönlichkeiten der zusammenlebenden Katzen auseinandergehen und sie nicht von Geburt an mit einer hohen Stressresilienz gesegnet sind, liegt es an dir, Harmonie in den Mehrkatzenhaushalt zu bringen.

In diesem Beitrag sehen wir uns an, was normal ist und wo die Alarmglocken läuten sollten sowie was du tun kannst, wenn es nicht so läuft, wie du es dir wünscht.

Freund oder Feind?

Die erste Frage ist: Haben deine Katzen überhaupt ein Problem miteinander?

Das Spiel von Katzen kann ganz schön brutal werden. Da darf Fell fliegen, geschrien, geknurrt und gefaucht werden – sofern beide Katzen respektvoll miteinander umgehen und auf die Signale des jeweils anderen reagieren.

Um es dir möglichst einfach zu machen, ob es Spiel ist oder nicht, achte bitte auf die folgenden Signale:

  • Greift immer eine Katze die andere an oder passiert das abwechselnd?
  • Gibt es mehr oder weniger regelmäßig Verletzungen? (Einmal ist keinmal, sofern es sich nur um eine kleine, oberflächliche Wunde handelt.)
  • Ist eine Katze in ihrer Bewegung eingeschränkt? Versteckt sich jemand häufig? Traut sich eine der Katzen nicht (mehr) frei durch den Raum zu gehen oder sich offen hinzulegen und zu schlafen? Gibt sie bei Streit um Ressourcen (Futter, Bett, Klo, Zuwendung seitens Mensch,…) immer nach?

Zu einem guten Spiel gehören immer Zwei. Das bedeutet, dass jede Katze abwechselnd zum Zug kommen sollte. Es sollte keine echten Verletzungen geben und jede Katze sollte selbstbewusst, selbstbestimmt und frei in ihrem Zuhause leben können*. Ist das nicht der Fall, besteht Handlungsbedarf!

*Achtung: Auch, wenn die Katze „aus freien Stücken“ immer nur in einem Raum, unterm Bett oder auf dem Schrank lebt, ist das eine Bewegungseinschränkung – unabhängig davon, ob sie selbstauferlegt ist!

Was du tun solltest, wenn es ein Problem gibt

Das Positive vorweg: Die meisten Beziehungen sind rettbar.

Das Negative daran: Du musst je nach Situation eventuell viel dafür tun, damit es funktioniert. Sehen wir uns an, was das sein kann.

Hey, ich bin Cindy

und auf diesem Blog schreibe ich regelmäßig Beiträge mit Tipps & Tricks, Anleitungen und mehr – Alles zu den Bedürfnissen und zum Verhalten Deiner Stubentiger.

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Maßnahme 1: Körperliche Ursachen ausschließen

Das erste, das du tun solltest, ist, deine Katzen zum Tierarzt zu bringen und zwar sowohl „Angreifer“ als auch „Angegriffene“.

Schmerzen können zu aggressivem Verhalten aber auch zu Rückzug führen. Deswegen sollte das immer der erste Weg sein.

Beispiel aus der Menschenwelt: Stell dir vor, du als Katzenelternteil hast Kopfschmerzen. Wie verhälst du dich, wenn es keine Schmerzmittel gibt, die du nehmen kannst? Variante 1 ist, dass du Ruhe und Frieden suchst (= Rückzug). Variante 2 ist, dass du normal weitermachst aber reizbarer bist (= aggressiver und reaktiver wirst). 

Wenn Schmerzen der Grund sind, hilft keine andere Maßnahme der Welt etwas!

Maßnahme 2: Haltungsoptimierung

Wenn du dir sicher bist, dass es nicht an der Gesundheit deiner Katzen liegt, geht es an die Haltungsoptimierung.

  • Gibt es Ressourcen, um die deine Katzen oft streiten?
  • Wo finden die Auseinandersetzungen statt? Wie kannst du an den Orten eingreifen, dass es keinen Streit mehr geben muss?

Beispiel: Eine Katze nimmt der anderen immer das Futter weg. Dann kannst du einen weiteren Napf an einem völlig anderen Ort aufstellen. Eine Katze kann sich nicht aufteilen und an zwei Orten gleichzeitig sein 😉

Bindung zu Katze stärken

Maßnahme 3: Training

Training löst die Probleme, die die Maßnahmen 1 und 2 nicht lösen konnten: Die Katzen werden selbstbewusst, stressresilient und kompetent.

Dabei wird im Training genau an den Themen gearbeitet, die den Katzen schwer fallen, damit sie am Ende besser mit zum Beispiel anderen Persönlichkeiten oder ungewöhnlichen Situationen klarkommen.

Beispiel: Du hast eine selbstbewusste, verspielte Katze und eine zögerliche, unsichere Katze. Die selbstbewusste Katze macht regelmäßig Spielversuche, die von der unsicheren Katze leider gar nicht gut aufgenommen werden. Sie versteckt sich und traut sich nur noch selten heraus. Mit Training stärkst du ihr Selbstbewusstsein, damit sie sich auch traut, ihre Meinung zu sagen.

Falls du es schon mal versucht hast und es nicht geklappt hat: Wenn du eine unsichere, „faule“ oder ängstliche Katze hast, kann es gut sein, dass sie zu Beginn nicht viel vom Training hält. Das sollte dich aber nicht davon abhalten, es weiter zu versuchen und ihr das Training schmackhaft zu machen. Denn nur auf die Weise bekommst du sie selbstbewusster und resilienter.

Was andere oft tun, wenn es ein Problem gibt

Bestimmt hast du schon von den üblichen Tipps & Tricks wie Feliway oder eine zusätzliche Katze gehört. Vielleicht hast du auch schon die eine oder andere Sache ausprobiert. Deswegen möchte ich an der Stelle noch auf gängige Ideen eingehen.

Warum Feliway oft nicht hilft

Oftmals bekomme ich zu hören, dass Katzeneltern schon Feliway ausprobiert haben. Es helfe aber nicht, also wirkt es nicht. Das ist allerdings nicht ganz richtig.

Feliway arbeitet über Pheromone und die wirken immer. Das ist besonders dann effektiv, wenn unbekannte Katzen aufeinander treffen oder Katzen die Umgebung noch nicht kennen. Dann macht Feliway ein wohliges Gefühl, wodurch sich die Katzen sicherer fühlen – als ob sie das Gegenüber oder den Ort schon kennen würden.

Wenn deine Katzen schon negative Erfahrungen miteinander gemacht haben, bringt Feliway leider nichts mehr bzw. kann es die Situation sogar verschlimmern.

Wann eine zusätzliche Katze helfen kann

Eine andere häufige Idee ist, dass eine dritte, vierte, fünfte Katze ja eventuell hilft. Das ist aber nur dann der Fall, wenn du eine sehr kompetente Katze hast, die lediglich unausgelastet ist. Du erfüllst also dadurch das Bedürfnis der aktiven Katze.

Beispiel: Bei dir wohnt eine ruhige Katze, die ungern spielt. Die Zweitkatze ist das genaue Gegenteil, total verspielt und geht der ruhigen Katze total am Nerv. Obwohl beide gut miteinander klar kommen, fehlt der aktiven Katze ein Spielpartner. Deswegen entscheidest du dich, eine weitere Katze zu adoptieren.

Sollte der Mensch überhaupt eingreifen?

Vielleicht fragst du dich auch, ob es überhaupt sinnvoll ist, dass du als Mensch eingreifst. Oft genug hört man doch, “Katzen regeln es schon von allein”?

Und ja, Katzen regeln solche Angelegenheiten gewöhnlich von allein. Allerdings nur in ihrer natürlichen Umgebung. Das heißt, sie müssen die Möglichkeit haben abzuwandern.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn deine Katzen keine Freigänger sind und du dir wünschst, dass alle Katzen bei dir zu Hause zurecht kommen, dann ja, musst du eingreifen. 

Hol' dir Unterstützung

Leider ist es so, dass Maßnahmen, die in die falsche Richtung gehen, die Beziehung zwischen deinen Katzen weiter verschlechtern können.

Beispiel: Du denkst dir, deine hibbelige Katze braucht einfach mehr Auslastung. Deswegen spielst du täglich 2-3 Stunden mit ihr und trainierst körperlich mit ihr (zB. Agility). Dadurch wird sie noch überdrehter und ist gar nicht mehr zu bändigen.

Deswegen empfehle ich dir, dir von Anfang an professionelle Unterstützung zu suchen. So können wir nämlich ganz gezielt auf deine Katzen eingehen und uns ansehen, was sie wirklich brauchen (und nicht was sie denken zu wollen).

Wenn du gerne mehr über die Zusammenarbeit mit mir wissen möchtest, schau gerne hier vorbei oder buche dir hier direkt ein unverbindliches Strategiegespräch.

Fazit: Wenn Katzen streiten

Das Wichtigste zuerst: Du bist als Mensch dafür verantwortlich, dass deine Katzen miteinander klarkommen. Deine Katzen sollten Konflikte nicht untereinander regeln müssen, da sie das in einer Wohnungshaltung schlichtweg nicht können.

Da das Spiel von Katzen recht brutal sein kann, ist es oft schwer zu unterscheiden, ob Katzen ein Problem miteinander haben. Wie du das erkennst, habe ich in diesem Beitrag ausführlich behandelt. Bist du weiterhin unsicher, können wir uns das gerne im Zuge einer Katzensprechstunde gemeinsam ansehen.

Wenn du denkst, dass deine Katzen ein echtes Problem miteinander haben, liegt es an dir zu handeln. Folgende Schritte führen dich zum Ziel:

  1. Tierarztbesuch zum Ausschluss körperlicher Ursachen
  2. Haltungsoptimierung für weniger Konfliktpotenzial
  3. Training zur Stärkung der benötigten Kompetenzen

Wenn du dir dabei Unterstützung wünscht, findest du hier meine Angebote:
In der Sprechstunde sehen wir uns 60 Minuten lang an, was du sofort tun kannst, um die Situation ein wenig zu entspannen.
Im Katzentraining arbeiten wir über mehrere Wochen daran, das Problem zu lösen und mehr Harmonie und Entspannung in den Katzenhaushalt zu bringen. 

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Hey, ich bin Cindy

und auf diesem Blog schreibe ich regelmäßig Beiträge mit Tipps & Tricks, Anleitungen und mehr – Alles zu den Bedürfnissen und zum Verhalten Deiner Stubentiger.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Meggi

    Hallo,
    Meine alte Katze (12,5) und das neue Kätzchen (7) vertragen sich nicht. Die alte akzeptiert die neue nicht. Ich habe alles ausprobiert 😖😭die neue ist 1 Monat bei mir. Ich weiss nicht mehr weiter😭💔

    1. Cindy

      Hey liebe Meggi,
      danke für deinen Kommentar! Tut mir leid, dass die Situation bei dir gerade schwierig ist 😔
      Ich halte nächste Woche, am 05.12. ein Webinar um 0 Euro, wo ich noch etwas genauer darauf eingehe, wie du das Problem gelöst bekommst. Vielleicht magst du da dabei sein? Die Anmeldung ist über https://miezliebe.at/webinar möglich 😊
      Alles Liebe
      Cindy

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