Katzen streiten beim Heimkommen: 5 Schritte für mehr Ruhe

Katzen streiten beim Heimkommen

5 Schritte für mehr Ruhe

Du kommst nach Hause und freust dich auf deine Katzen. Eine läuft dir an der Tür entgegen, die andere wartet ein paar Meter weiter. Noch bevor du deine Jacke ausgezogen hast, jagt eine Katze die andere durch den Flur oder greift sie an.

Während deiner Abwesenheit war alles ruhig. Sobald du nach Hause kommst, kippt die Stimmung. Da kommen schnell Fragen auf: Sind meine Katzen eifersüchtig? Bin ich das Problem? Warum passiert das ausgerechnet jetzt?

In diesem Beitrag erfährst du, warum die Stimmung gerade beim Heimkommen kippt und wie du deine Ankunft in fünf Schritten ruhiger gestalten kannst.

Du hörst lieber statt zu lesen?

Hier kannst du dir meine zugehörige Podcastfolge anhören:

Das Wichtigste in Kürze

Wenn deine Katzen beim Heimkommen streiten, gehört die hohe Erregung rund um deine Ankunft zu den Auslösern. Geräusche, Bewegung und Erwartungen lassen das Erregungsniveau bereits vor dem Öffnen der Tür steigen. Eine hilfreiche Ankunftsroutine setzt an zwei Punkten an: Sie senkt diese Erregung und gibt deinen Katzen passende Möglichkeiten, mit der verbleibenden Anspannung umzugehen.

Warum deine Katzen beim Heimkommen streiten

Deine Katzen erleben dein Heimkommen bereits, bevor die Tür aufgeht. Sie hören deine Schritte, dein Auto oder den Schlüssel. Diese Signale kündigen an, dass gleich etwas passiert.

Katzen lernen solche Abläufe sehr genau. Folgt auf deine Ankunft meistens Futter, Spiel oder Aufmerksamkeit, beginnt die Erwartung bereits vor dem Öffnen der Tür. Auch Vorfreude kann eine Katze ordentlich aufdrehen.

Die zweite Katze wird dabei mitunter zum Ziel, obwohl die Aufregung durch dein Heimkommen entstanden ist. Sie ist anwesend, bewegt sich und möchte oft ebenfalls zu dir. Besteht zwischen deinen Katzen ohnehin Spannung, kippt die Situation noch leichter.

Auch Hunger, Langeweile oder kleinere belastende Situationen des Tages spielen oft hinein. Dein Heimkommen wird dann zum letzten Auslöser. Wie sich mehrere Stressoren ansammeln, erkläre ich im Beitrag „Warum streiten meine Katzen manchmal und manchmal nicht?„.

Wenn der Angriff vor allem rund um deine Aufmerksamkeit passiert, liegt der Gedanke an Eifersucht nahe. Im Beitrag „Ist deine Katze eifersüchtig?“ ordne ich solche Situationen genauer ein.

Wie Luna und Yui ihre Aufregung abbauen

Auch Luna und Yui sind aufgeregt, wenn ich nach Hause komme. Sie laufen zu mir, streichen um meine Beine und gehen anschließend kratzen. Das Kratzen hilft ihnen dabei, Anspannung abzubauen. Deshalb stehen dort, wo wir uns begrüßen, mehrere Kratzmöglichkeiten.

Yui wälzt sich zusätzlich wild auf dem Boden. Ich gebe ihr dann gerne ein Spielzeug, das sie festhalten, bekuscheln und bearbeiten kann.

Erregung gehört beim Heimkommen dazu. Entscheidend ist, wie eine Katze damit umgeht. Kratzen, Wälzen und das Bearbeiten eines Spielzeugs sind hilfreiche Ventile. Geht eine Katze auf die andere los, führt dieselbe Erregung zu einem Konflikt.

Katzen streiten beim Heimkommen: Diese 5 Schritte helfen

Die folgenden fünf Schritte senken die Erregung rund um deine Ankunft und geben deinen Katzen andere Möglichkeiten, mit ihrer Aufregung umzugehen.

Schritt 1: Versorge deine Katzen während deiner Abwesenheit

Bekommen deine Katzen erst Futter, wenn du nach Hause kommst, warten sie mehrere Stunden hungrig auf dich. Die Erwartung wird dadurch größer und deine Ankunft aufregender.

Prüfe deshalb, ob beide Katzen während deiner Abwesenheit Futter, Wasser, saubere Toiletten, Ruheplätze und passende Beschäftigung zur Verfügung haben. Mit einem zeitgesteuerten Futterautomaten kannst du einen Teil der Tagesration ausgeben, bevor du heimkommst.

Eine passende Futterbeschäftigung hält deine Katzen zusätzlich eine Weile beschäftigt. Jede Katze sollte dabei in Ruhe an ihre eigene Portion kommen. Wenn deine Katze bisher nicht für Futterbeschäftigung zu begeistern ist, erfährst du in meinem Beitrag „Futterbeschäftigung für Katzen„, wie du das änderst.

Schritt 2: Komm selbst kurz zur Ruhe

Wenn du gestresst von der Arbeit kommst, sind dein Tempo, dein Puls und deine Atemfrequenz oft höher und deine Stimme klingt anders. Deine Katzen nehmen das sehr genau wahr.

Schon fünf bis zehn Minuten in der Natur oder eine kurze Atemübung kurz vor dem Heimkommen helfen dir, ruhiger anzukommen. Spüre vor dem Öffnen der Tür kurz hin, wie aufgedreht du gerade bist. Dein Zustand ist ein Teil der Situation, den du direkt beeinflussen kannst.

Schritt 3: Begrüße deine Katzen ruhig und entspannt am passenden Ort

In vielen Haushalten findet die Begrüßung im Vorbeigehen im engen Flur statt. Das kann noch mehr Stress auslösen.

Suche einen Begrüßungsplatz mit mehr Raum, zum Beispiel einen Teppich im Wohnzimmer. Setz dich dort für ein bis drei Minuten zu deinen Katzen. Ruf sie nicht zusammen. Jede Katze entscheidet selbst, ob sie zu dir kommt, wie nah sie sein möchte und ob sie gestreichelt werden will. Wenn beide freiwillig neben dir sitzen oder liegen, ist das natürlich vollkommen in Ordnung. Biete in dem Fall gerne Körperkontakt an, wenn deine Katzen das möchte. Das kann beim Beruhigen und Entspannen helfen.

Erst, wenn du merkst, dass ihr alle ein klein wenig ruhiger geworden seid, stehst du wieder auf und gehst deinem Alltag nach. 

Schritt 4: Biete einen passenden Weg für die Anspannung an

Schau dir den Bereich rund um den Eingangsbereich und den Begrüßungsplatz an. Steht dort etwas, an dem deine Katzen kratzen dürfen? Ein Kratzbrett oder eine andere gern genutzte Kratzmöglichkeit sollte schnell erreichbar sein.

Hat eine Katze ein Spielzeug, das sie gerne packt und mit den Hinterpfoten bearbeitet, kannst du es ebenfalls dort bereitlegen. Nutzt deine Katze gerne Schnüffel- oder Schleckmatten kannst du auch die nach der Begrüßung nutzen.

Beobachte, was deine jeweilige Katze gerne nutzt. Nicht jede Katze baut ihre Aufregung auf dieselbe Weise ab.

Schritt 5: Trainiere bei Bedarf feste Plätze

Für manche Haushalte ist ein fester Warteplatz pro Katze hilfreich. Deine Katzen lernen dabei, zu ihrem jeweiligen Platz zu gehen, sobald die Tür geöffnet wird. Das kann auch praktisch sein, wenn eine Katze gerne durch die Haustür nach draußen läuft.

Trainiere die Plätze zuerst in ruhigen, gestellten Situationen. Beide Katzen sollen bereits wissen, was sie tun können, bevor du das Verhalten beim echten Heimkommen erwartest. Die Plätze brauchen genug Abstand und müssen für beide Katzen gut erreichbar sein.

Was, wenn die Ankunftsroutine nicht ausreicht?

Diese Routine verändert die Situation beim Heimkommen. Greift eine Katze die andere auch beim Füttern, an Durchgängen oder in anderen Situationen an, solltest du dir ihre gesamte Beziehung ansehen.

Deine Katzen dürfen außerdem lernen, besser mit Anspannung umzugehen. Diese Selbstregulation wird in ruhigen Situationen trainiert und später schrittweise in schwierigere Momente übertragen.

Im Beitrag „Wenn Katzen streiten“ findest du die wichtigsten Ursachen und nächsten Schritte. In meinem 5-Schritte-Plan bei Katzenstreit für 0 € gehen wir noch tiefer.

Fazit: Senke die Erregung rund um dein Heimkommen

Du bist nicht das Problem. Wenn deine Katzen genau beim Heimkommen streiten, treffen rund um deine Ankunft Geräusche, Bewegung, Erwartungen und bereits vorhandene Anspannung aufeinander.

Eine ruhige Ankunftsroutine verändert diesen Ablauf. Versorge deine Katzen während deiner Abwesenheit, nimm vor der Tür kurz dein eigenes Tempo wahr und begrüße beide an einem Ort mit genug Platz. Kratzmöglichkeiten, ein passendes Spielzeug oder trainierte Warteplätze geben deinen Katzen eine bessere Möglichkeit, mit ihrer Aufregung umzugehen.

Wenn du tiefer in solche Themen einsteigen möchtest, bist du im Miezclub herzlich willkommen. Dort lernst du, das Verhalten deiner Katzen einzuordnen und Schritt für Schritt mehr Harmonie in euren Alltag zu bringen, inklusiver aller praktischen Anleitungen zum sofortigen Umsetzen.

Hey, ich bin Cindy Maslowski!

Ich bin ausgebildete Katzenverhaltensberaterin und Katzentrainerin, spezialisiert auf Mehrkatzenhaushalte. Ich zeige dir, wie du deine Katzen besser verstehst und ihnen zu einem entspannten Zusammenleben verhilfst. 

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Häufig gestellte Fragen

Deine Ankunft bringt Geräusche, Bewegung und Erwartungen in die Wohnung. Dadurch steigt die Erregung bereits vor dem Öffnen der Tür. Greift eine Katze in diesem Moment die andere an, entlädt sich die Anspannung an ihr.

Nein, du musst deine Katzen nicht direkt nach deiner Rückkehr füttern. Sind sie schon während deiner Abwesenheit gut versorgt, wird deine Ankunft weniger eng mit Hunger und Futter verknüpft. Ein zeitgesteuerter Futterautomat kann dabei helfen.

Du kannst deine Katzen gemeinsam am selben ruhigen Ort begrüßen, solange dort genug Platz ist. Ruf sie nicht zusammen und lass jede Katze selbst entscheiden, ob und wie viel Kontakt sie in diesem Moment möchte. Wenn alle freiwillig neben dir sitzen, ist das ihre Entscheidung.

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