Stress durch Katzenstreit? So nimmst du den Druck raus

„Ich kann erst entspannen, wenn sich meine Katzen verstehen“

So nimmst du den Druck raus, wenn deine Katzen streiten

„Wenn meine Katzen aufhören zu streiten, dann kann ich mich endlich entspannen.“ oder „Wenn die Zusammenführung geschafft ist, dann fängt unser normales Leben wieder an.“

Kennst du solche Gedanken? Egal ob sich deine Katzen im Alltag immer wieder angehen, ob du sie nach einem Konflikt wieder zusammenführst oder ob gerade eine neue Katze eingezogen ist: Wenn es zwischen deinen Katzen nicht passt, belastet dich das jeden Tag. Du trennst sie räumlich oder beobachtest ständig, wer wo ist, wer wen anschaut und ob es gleich wieder kippt.

Natürlich wünschst du dir, dass das schnell aufhört. Und natürlich bist du bereit, etwas dafür zu tun. Du passt die Wohnung an, trainierst und überlegst dir den nächsten Schritt. Gleichzeitig begleitet dich die Frage: Wann haben wir es endlich geschafft?

In diesem Beitrag möchte ich mit dir über genau diese Sorge und diesen Stress sprechen.

Du hörst lieber statt zu lesen?

Hier kannst du dir meine zugehörige Podcastfolge anhören:

Das Wichtigste in Kürze

Vertrauen hat keine feste Deadline. Du kannst deine Katzen unterstützen, aber nicht festlegen, wann sie bereit sind, einander zu vertrauen.

Zeitdruck beeinflusst deine Entscheidungen. Unter Druck verlängerst du Begegnungen oder gehst früher zum nächsten Schritt, obwohl deine Katzen noch mehr Zeit brauchen.

Erholung gehört zum Prozess. Schlaf, Pausen, Bewegung und Spaß sind für deine Katzen und für dich wichtig.

Dein Leben darf schon jetzt lebenswert sein. Das Minimum ist, dass alle gut versorgt sind. Ein zusätzlicher Trainingsfortschritt muss nicht jeden Tag passieren.

Wenn aus deinem Wunsch eine Deadline wird

Eine frühere Kundin musste ihre beiden Katzen nach einem heftigen Konflikt trennen und die Zusammenführung neu aufbauen. Sie war unglaublich engagiert. Sie hat die Wohnung angepasst, Abläufe verändert, trainiert und beobachtet. Sie wollte wirklich alles richtig machen.

Und sie hatte einen Zeitplan im Kopf: Ungefähr drei Monate sollte es dauern. Dann sollten die Katzen wieder zusammenleben.

Diesen Gedanken habe ich direkt mit ihr besprochen. Denn es klang nicht nach einem Wunsch, sondern mehr nach einer Pflicht. Im Hintergrund schwang mit: „In drei Monaten muss die Zusammenführung abgeschlossen sein, sonst habe ich versagt und muss vielleicht sogar eine Katze abgeben.“

Dann wird jede Begegnung und jedes Training zu einer Prüfung. Läuft es gut, bist du erleichtert. Läuft es weniger gut, kommt die Angst, dass du es nicht rechtzeitig schaffst.

Deshalb frage ich in solchen Situationen: Warum setzt du dir diese Deadline? Was brauchst du, damit du dir keine setzen musst? Und bedeutet es wirklich, dass du versagt hast, wenn deine Katzen nach zum Beispiel drei Monaten noch getrennt sind?

Deine Katzen kennen deinen Kalender nicht

Diese Kundin hat sehr viel Verantwortung übernommen. Auch für etwas, das sich nicht vollständig steuern lässt.

Du kannst Training planen, die Umgebung verändern und für Sicherheit sorgen. Du kannst genau beobachten, was deine Katzen gerade brauchen. Aber du kannst nicht festlegen, an welchem Dienstag eine Katze bereit sein muss, der anderen wieder zu vertrauen.

Deine Katzen kennen deinen Kalender nicht. Sie wissen nicht, dass du dir vorgenommen hast, in drei Monaten in den Urlaub zu fahren. Und selbst wenn sie ihn lesen könnten, könnten sie nach Ablauf dieser Zeit nicht einfach beschließen, wieder Vertrauen zu haben.

Bei dieser Kundin kamen außerdem Dinge dazu, die wir am Anfang noch gar nicht wissen konnten: Schmerzen, gesundheitliche Probleme und eine viel größere Unsicherheit, als wir anfangs gedacht hatten. Dazu kamen Lernerfahrungen, die länger nachwirkten.

Entwicklung verläuft außerdem nicht geradlinig. Es kann drei richtig gute Tage geben und danach wieder einen schwierigen. Das bedeutet nicht automatisch, dass der ganze Plan nicht funktioniert.

Wir haben es mit Lebewesen zu tun. Disziplin gehört auf unserer Seite dazu. Trotzdem können wir nicht alles kontrollieren. Wir können Angebote machen, absichern und begleiten.

Wenn du dir einen Überblick über die Ursachen von Konflikten und die nächsten Schritte verschaffen möchtest, findest du ihn in meinem Beitrag „Disharmonie im Mehrkatzenhaushalt“.

Wie Zeitdruck deine Entscheidungen verändert

Wenn du das Gefühl hast, schneller vorankommen zu müssen, verändert das oft dein Vorgehen:

  • Du nutzt jede ruhige Minute für noch eine Übung.
  • Du verlängerst Begegnungen, weil es gerade gut läuft.
  • Du gehst früher zum nächsten Schritt.
  • Du suchst ggf. jeden Tag nach einer neuen Lösung, weil sich die bisherige nach drei Tagen noch nicht wie der erhoffte Durchbruch anfühlt.

Unter Zeitdruck orientierst du dich immer stärker daran, wie schnell ihr vorankommt. Stattdessen wäre es wichtig, dass du dich an deinen Katzen orientierst, um nicht zu schnell voranzugehen und dadurch ihre Grenzen zu überschreiten. Denn genau so kommt es zu Rückschritten.

Unter Druck verändert sich auch, wie du das Verhalten deiner Katzen einordnest. Ein Fauchen fühlt sich wie Scheitern an. Ein schwieriger Tag wird zum Beweis, dass ihr es nie schaffen werdet. Und eine Pause fühlt sich wie verlorene Zeit an.

Dieser Druck begleitet dich auch durch den normalen Alltag. Du könntest ja noch etwas machen. Du solltest noch etwas umsetzen. Du müsstest noch genauer beobachten.

So kommen du und oft auch deine Katzen kaum noch zur Ruhe. Die Ausnahmesituation soll so schnell wie möglich vorbei sein. Irgendwann zählt vor allem, dass sich endlich etwas verändert.

Wann darf dein Leben wieder in Ordnung sein?

Der Wunsch, dass sich deine Katzen wieder verstehen, ist nachvollziehbar. Die Frage ist, ob du dein eigenes Wohlbefinden vollständig davon abhängig machst.

„Mein Leben ist erst wieder in Ordnung, wenn dieses Problem gelöst ist.“

Mit dieser Bedingung richtet sich deine gesamte Kraft auf das Endziel. Der heutige Tag zählt vor allem danach, ob er euch näher dorthin gebracht hat.

Auch wenn deine Katzen wieder zusammenleben, wird nicht von einem Moment auf den anderen alles perfekt sein. Es wird die nächste Sache geben, die du verändern möchtest. Wenn du erst zufrieden sein darfst, sobald alles gelöst ist, verschiebt sich dieser Zeitpunkt immer weiter.

Für mich ist das Ziel deshalb auch, dass jeder Tag lebenswert ist. Dass dein Leben weitergeht, während ihr an eurem Konflikt oder eurer Zusammenführung arbeitet. Dass es möglichst jeden Tag Momente gibt, auf die du dich freust.

Du kannst weiter auf euer Ziel hinarbeiten und dich gleichzeitig über Fortschritte freuen. Auch bevor alles geschafft ist.

Fortschritt passiert auch zwischen den Begegnungen

Eine gute Zusammenführung und jede Arbeit an einem Konflikt bestehen auch aus den Stunden, in denen deine Katzen einander gar nicht begegnen.

Guter Schlaf, ausreichend Erholung, Bewegung und Spaß gehören dazu. Das gilt für deine Katzen und für dich.

Oft schreiben mir Menschen: „Aber ich tue doch schon alles, was ich kann!“ Und ja, das stimmt sogar oft. Sie haben die ganze Wohnung umgebaut, zusätzliche Ressourcen aufgestellt, führen Protokolle und trainieren. Sie möchten jeden einzelnen Punkt sofort umsetzen.
Wenn ich dann frage, was sie gerade für sich selbst tun, kommt oft: „Dafür habe ich keine Zeit. Ich kann mich entspannen, wenn alles fertig ist.“

Dabei gehört auch die Frage dazu, wann du Feierabend hast. Gibt es jeden Tag ein paar Minuten, in denen du einmal nicht über deine Katzen nachdenkst?

Auch du bist Teil des Systems

Was hinter diesem Druck steckt, ist nicht mein Fachgebiet. Für meine Arbeit gilt aber: Auch du bist Teil des Systems.

Wir können keinen perfekten Plan für deine Katzen schreiben und dabei erwarten, dass du unbegrenzt funktionierst. Dass du jeden Moment für deine Katzen da bist und jede freie Minute für die Lösung des Problems nutzt.

Wenn du selbst dauerhaft angespannt bist, wird es schwerer, ruhig zu beobachten, gute Entscheidungen zu treffen und deinen Katzen einen vorhersehbaren Rahmen zu geben.

Ein Plan muss deshalb auch in deinem echten Alltag umsetzbar sein.

Was würde die aktuelle Situation ein kleines Stück lebenswerter machen?

Wenn du merkst, dass dein ganzes Leben gerade auf den Zeitpunkt ausgerichtet ist, an dem das Problem endlich gelöst sein soll, fang mit dieser Frage an: Was würde die aktuelle Situation ein kleines Stück lebenswerter machen?

Dafür brauchst du keine große neue Routine. Definier zuerst deinen Standard für einen guten Tag neu:

  • Das Minimum ist: Alle sind gut versorgt.
  • Ideal ist: Alle sind gut versorgt und du hast einen kleinen Schritt in Richtung eurer gewünschten Zukunft gemacht.

Dieser zusätzliche Schritt muss nicht jeden Tag passieren. Ein Tag, an dem alle gut versorgt sind, muss nicht gleichzeitig beweisen, dass ihr euer Ziel „rechtzeitig“ erreicht.

Das Ziel bleibt bestehen. Dein Fokus darf auf den bisherigen Erfolgen und dem nächsten passenden Schritt liegen.

Kleine Fortschritte zählen

Ich frage Kundinnen gerne: Was wäre, wenn es noch ein halbes Jahr dauert? Wirst du später vor allem denken, dass du es schneller hättest schaffen müssen? Oder wirst du stolz sein, dass du drangeblieben bist?

Wenn der feste Zeitplan weniger wichtig wird, fällt es oft leichter, die kleinen Fortschritte wahrzunehmen. Du darfst jeden kleinen Fortschritt feiern. Dafür musst du nicht warten, bis deine Katzen wieder entspannt miteinander leben.

Auch ein Rückschritt bedeutet nicht automatisch, dass alles gescheitert ist. Wir müssen ihn nicht schönreden. Wir können ihn als Information nutzen: Da war noch etwas zu schwer. Da verändern wir etwas und achten genauer darauf, wie es den Katzen an diesem Tag geht.

Dein Leben darf auch jetzt schon in Ordnung sein. Während du deinen Katzen weiter hilfst, Schritt für Schritt Vertrauen aufzubauen.

Ein Plan, der in euren Alltag passt

Deine Katzen streiten, ihr steckt mitten in einer Zusammenführung oder du versuchst nur noch, irgendwie durch den Alltag zu kommen?

Im Miezclub schauen wir auf das gesamte System: Gesundheit, Bedürfnisse, Umgebung und Training. Du bekommst eine Struktur, individuelle Trainingspläne für deine Katzen und die Anleitungen zur Umsetzung. Dabei geht es auch darum, wie du die nächsten Schritte in deinem echten Alltag umsetzt.

Hier erfährst du mehr über den Miezclub.

Cindy Maslowski | Miezliebe

Hey, ich bin Cindy Maslowski!

Ich bin ausgebildete Katzenverhaltensberaterin und Katzentrainerin, spezialisiert auf Mehrkatzenhaushalte. Ich zeige dir, wie du deine Katzen besser verstehst und ihnen zu einem entspannten Zusammenleben verhilfst. 

2000+ Katzen in Kursen, Trainings und Beratungen

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In meinem Leitfaden um 0 € erfährst du, wie du es schaffst, dass sich deine Katzen besser verstehen.

Häufig gestellte Fragen

Das Wichtigste ist, dass du schlechte Erfahrungen im ersten Schritt verhinderst. Dafür ist Management sehr wichtig. Das kann durch eine Trennung möglich sein oder auch dadurch dass du Veränderungen in deinem Zuhause machst. Danach braucht es einen Plan, damit du weitgehend täglich einen kleinen Schritt vorankommst, ohne Stunden dafür nutzen zu müssen. Wie das aussieht, zeige ich dir im Miezclub.

Das ist pauschal nicht beurteilbar. Es kommt einerseits darauf an, welche Maßnahmen du getroffen hast, ob es aktuell noch blinde Flecken gibt und welche Ursachen die Konflikte haben. Wenn du eine individuelle Analyse eurer Situation möchtest, dann bist du in meiner Katzensprechstunde richtig.

Eine Pause oder ein Urlaub sind völlig legitim. Katzen haben ein sehr gutes Gedächtnis. Sie merken sich gute und schlechte Erlebnisse mit einer Mitkatze, sodass du danach oft weitgehend nahtlos weiterarbeiten kannst. 

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