Katze von Pflanze fernhalten
Du kaufst eine Pflanze und nur einen Tag später ist sie angeknabbert … Mit diesem Problem bist du nicht alleine. Wie du es schaffst, deine Katze von deiner Pflanze fernzuhalten? Das erfährst du in diesem Blogbeitrag.
Gefahr für die Katze?
Bevor du überlegst, wie du deine Pflanzen schützen kannst, ist es wichtig, dir über deine Katze Gedanken zu machen. Sehr viele Pflanzen sind nämlich giftig für unsere Stubentiger.
Giftige Pflanzen sollten ausziehen oder an einen Ort gestellt werden, an den deine Samtpfoten wirklich nicht herankommen. Besonders vorsichtig musst du bei echten Lilien und Taglilien sein. Bei ihnen können bereits kleinste Mengen gefährlich werden. Das gilt auch für die Pollen und sogar für das Wasser in der Vase. Solche Lilien sollten daher in jedem Fall aus der Wohnung raus.
Orchideen gelten dagegen als ungiftig für Katzen. Trotzdem können natürlich auch ungiftige Pflanzen Magen-Darm-Beschwerden verursachen, wenn deine Katze größere Mengen davon frisst.
Prüfe vor dem Kauf einer Pflanze immer den botanischen Namen der Pflanze in einer Giftpflanzendatenbank. Das kannst du unter anderem hier machen: CliniPharm Clinitox
Wenn eine giftige Pflanze gefressen wurde
Hat deine Katze eine giftige Pflanze gefressen oder könnte sie Kontakt zu gefährlichen Pollen gehabt haben, solltest du sofort bei deinem Tierarzt oder einer Tierklinik anrufen. Warte bitte nicht, bis sie Symptome zeigt.
Mach am besten ein Foto von der Pflanze oder nimm, wenn möglich, einen Teil davon mit. Wichtig ist vor allem der genaue botanische Name. Deutsche Bezeichnungen sind leider häufig nicht eindeutig.
Versuche bitte nicht, deine Katze selbst zum Erbrechen zu bringen und gib ihr keine Hausmittel. Für Katzen gibt es keine sichere Möglichkeit, zu Hause Erbrechen auszulösen.
Zeigen sich bereits Vergiftungssymptome wie Durchfall, Erbrechen, Speicheln, Krämpfe oder Zittern, ist keine Zeit mehr zu verlieren! Vergiftungen können in sehr schlimmen Fällen auch dauerhafte Schäden des Nervensystems, Organversagen oder Herzstillstand herbeiführen.
Warum Katzen an Pflanzen herumknabbern
Viele Katzen fressen gelegentlich Gras oder andere Pflanzen. Warum sie das tun, ist noch nicht abschließend geklärt. Dass Katzen Gras fressen, um Haarballen auszuwürgen, ist zwar eine häufige Erklärung, aber nicht eindeutig belegt. Zudem ist es nicht normal, dass Katzen häufiger als zwei bis drei Mal im Jahr erbrechen.
Für viele Katzen ist es wohl einfach eine normale Beschäftigung, an Pflanzen herumzuknabbern. Manche Pflanzen bewegen sich schön, wenn Luft durch die Wohnung zieht. Andere haben eine spannende Oberfläche oder riechen interessant. Manchmal geht es auch gar nicht um die Pflanze, sondern um die Erde, in der sich so wunderbar graben lässt.
Frisst deine Katze plötzlich viel mehr Pflanzen als bisher, erbricht sie häufig oder zeigt sie andere Veränderungen, lass sie bitte tierärztlich untersuchen.
Wie du deine Katze von deinen Pflanzen fernhälst
Fernhalte-Tipp #1: Unerreichbar machen
Versuche deine Pflanzen unerreichbar zu machen. Stelle sie in einen Glas-Kasten, hänge sie in einer Blumenampel auf oder gib sie eine große Vase, in die deine Katze nicht hineinkommt. Das sieht nicht nur schön aus, sondern schützt Pflanze und Stubentiger.
Bei hochgiftigen Pflanzen reicht „unerreichbar“ außerdem nicht aus. Lilien können zum Beispiel Pollen oder Blütenblätter verlieren. Sie sollten deshalb gar nicht erst in einem Katzenhaushalt stehen.
Fernhalte-Tipp #2: Sorge für erlaubten Ersatz
Biete deiner Katze Ersatz für deine kostbaren Pflänzchen. Katzengras kann ihr zum Beispiel eine sichere Möglichkeit geben, ihrem Interesse an Grünzeug nachzugehen.
Wichtig: Vor dem Kauf von Katzengras solltest du einmal mit deinen Fingern über die Halme streichen. Fühlt es sich weich an? Dann ist alles gut. Harte und scharfkantige Gräser, wie manche Zyperngräser, sind nur bedingt zu empfehlen. Sie können nämlich zu Verletzungen führen.
Achte außerdem darauf, dass das Gras nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde, nicht schimmelt und in einem stabilen Topf steht.
Nicht jede Katze mag Katzengras. Es ist also ein Angebot und keine Garantie dafür, dass deine anderen Pflanzen uninteressant werden.
Fernhalte-Tipp #3: Lass keine Langeweile aufkommen
Einer der Gründe, warum Hauskatzen sich an Pflanzen zu schaffen machen, kann sein, dass es einfach Spaß macht. Wenn sich die Blätter im Wind bewegen, gibt es endlich etwas zu jagen. Wenn deine Katze draufhaut, bewegen sie sich schön hin und her.
Aus dem Grund solltest du für passende Beschäftigung sorgen. Biete ihr regelmäßig interaktives Spiel an, und diverse Erkundungsmöglichkeiten an. Einige Ideen dafür findest du in diesem Blogbeitrag zur Katzenbeschäftigung.
Eine zweite Katze ist übrigens kein Ersatz für passende Beschäftigung. Ob eine Katze mit einer anderen Katze zusammenleben möchte und welcher Sozialpartner zu ihr passt, muss immer individuell betrachtet werden. Mehr dazu findest du auch in meinem Beitrag zur Zusammenführung von Katzen.
Für mentale Beschäftigung eignet sich außerdem das Clickertraining.
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Fernhalte-Tipp #4: Katzenerziehung
Du darfst deine Pflanzen natürlich schützen und Grenzen haben. Deine Katze muss dafür aber nicht lernen, was „Nein“ bedeutet. Sie muss wissen, was sie stattdessen tun kann, und welche Verhaltensweisen erwünscht sind.
Reagiere am besten schon, bevor deine Katze bei den „falschen“ Pflanzen ankommt, und biete ihr eine passende Alternative an. Belohne sie, wenn sie von sich aus an die für sie bestimmten Pflanzen geht. Damit verstärkst du ihr Verhalten und zeigst ihr, dass du das gut findest.
Wichtig: Wenn jedes Annähern an deine Pflanze dazu führt, dass du aufspringst und sofort ein tolles Spiel startest, kann deine Katze daraus auch etwas anderes lernen: Ich muss nur zur Pflanze gehen und schon beschäftigt sich mein Mensch mit mir. Biete Spiel und andere Beschäftigung deswegen nicht ausschließlich als Reaktion auf die Pflanze an.
Sicherheit geht außerdem immer vor. Bei einer giftigen Pflanze darfst du dich nicht darauf verlassen, dass deine Katze eine Regel zuverlässig einhält. Hier muss der Zugang verhindert werden.
Arbeite bitte nicht mit Strafen wie einer Wasserspritze, lautem Erschrecken oder Anschreien. Das geht zu Lasten eurer Beziehung und zeigt deiner Katze nicht, was sie stattdessen tun kann.
Nutze auch keine Fernhaltemittel wie Fernhaltespray, ätherische Öle, Teebaumöl, Mottenkugeln, Pfeffer oder Chili. Einige dieser Dinge können deine Katze reizen oder sogar zu Vergiftungen führen.
Extratipp für grabende Katzen
Vielleicht interessiert sich deine Katze gar nicht so sehr für deine Pflanzen, sondern für die Erde, um darin zu graben? So war es zum Beispiel bei meiner Luna.
Zusätzlich zu den anderen Tipps in diesem Beitrag kannst du dafür auch einen weiteren Trick nutzen. Besorge dir schwere, glatte Steine, die zu groß sind, um gefressen zu werden, und lege sie auf die Erde. Bei mir hat das wahre Wunder gewirkt.
Achte darauf, dass die Steine keine scharfen Kanten haben und sich darunter kein Schimmel bildet. Zusätzlich kannst du deiner Katze eine erlaubte Möglichkeit zum Graben anbieten.
Ungiftige Pflanzen
Falls du aktuell noch nach ungiftigen, schönen Pflanzen suchst, können zum Beispiel die folgenden infrage kommen:
- Orchideen aus der Familie Orchidaceae
- Grünlilie (Chlorophytum comosum)
- Kentia-Palme (Howea forsteriana)
- Korbmarante, zum Beispiel Calathea insignis
Wichtig: Prüfe beim Kauf immer den botanischen Namen. Bezeichnungen wie „Bambus“, „Palme“ oder „Lilie“ sind zu ungenau, weil damit ganz unterschiedliche Pflanzen gemeint sein können.
Auch eine ungiftige Pflanze kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen, wenn deine Katze viel davon frisst. Dünger, Pflanzenschutzmittel, Blattglanzspray und die Erde können ebenfalls problematisch sein.
Fazit: Katze von Pflanze fernhalten
Es ist absolut natürlich, dass deine Katzen sich für deine Pflanzen interessieren. Überlege dir also bitte, ob es wirklich so schlimm wäre, wenn sie ein wenig an einer ungiftigen Pflanze knabbert.
Wenn du das gar nicht möchtest, mache dir die genannten Tricks zunutze:
- Mache ungiftige Pflanzen unerreichbar. Hochgiftige Pflanzen sollten ganz ausziehen.
- Biete deinen Stubentigern eine sichere Alternative wie weiches Katzengras an.
- Finde heraus, was deine Katze an der Pflanze spannend findet, und biete ihr passende Beschäftigung.
- Zeige ihr, was sie stattdessen tun kann, und belohne freiwillig gezeigtes Verhalten.
Setze außerdem unbedingt auf ungiftige Pflanzen! Das Wohl der Katze sollte immer an erster Stelle stehen.
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