Deine Katze kratzt an Möbeln, Tapeten & Co?
Hier erfährst du meine 7 ultimativen Tipps & Tricks, um das zu ändern!
Deine Katze kratzt am Sofa, an Tapeten oder anderen Möbeln, obwohl ein Kratzbaum vorhanden ist? Das ist gar nicht so ungewöhnlich.
Ich werde sehr oft gefragt, wie Katzen denn überredet werden können, nicht mehr an Möbeln, Türen, Fenstern oder Tapeten zu kratzen. Deswegen tauchen wir in diesem Beitrag genau in das Thema ein.
Warum Katzen kratzen
Katzen hinterlassen beim Kratzen sichtbare Spuren. Zusätzlich geben Drüsen an den Pfoten Geruchsstoffe ab. Die Kratzstelle wird dadurch zu einem Orientierungspunkt und zu einer Nachricht: Hier bin ich. Hier bewege ich mich. Das gehört zu meinem vertrauten Lebensraum.
Deshalb kratzen Katzen bevorzugt an Orten, die aus ihrer Sicht eine Bedeutung haben: an Laufwegen, Durchgängen, Türen, Fenstern, Schlafplätzen oder mitten im gemeinsam genutzten Wohnraum.
Ein Kratzbaum in der hintersten Ecke kann diese Funktion nicht unbedingt übernehmen. Und genau deshalb reicht es häufig nicht, einfach nur irgendeine Kratzmöglichkeit aufzustellen.
Grund #1: Krallenpflege
Ein Grund, warum deine Katze kratzt, ist, dass sie ihre Krallen pflegt. Alte Krallenscheiden und abgestorbene Haut werden beim Kratzen entfernt. Dadurch bleiben ihre Pfötchen gesund und die Krallen kurz.
Grund #2: Kratzmarkieren
Katzen hinterlassen beim Kratzen sichtbare Spuren. Zusätzlich geben Drüsen an den Pfoten Duftstoffe ab. Die Kratzstelle wird dadurch zu einem Orientierungspunkt und zu einer Nachricht: Hier bin ich. Hier bewege ich mich. Das gehört zu meinem vertrauten Lebensraum.
Deshalb kratzen Katzen bevorzugt an Orten, die aus ihrer Sicht eine Bedeutung haben: an Laufwegen, Durchgängen, Türen, Fenstern, Schlafplätzen, Futterplätzen oder mitten im gemeinsam genutzten Wohnraum.
Ein Kratzbaum in der hintersten Ecke kann diese Funktion in der Regel nicht übernehmen. Und genau deshalb reicht es häufig nicht, einfach nur irgendeine Kratzmöglichkeit aufzustellen.
Grund #3: Bewegung
Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, dass deine Katze sich beim Kratzen ausgiebig dehnt. Sie streckt ihren Körper, bewegt Schultern, Rücken und Beine und setzt dabei Kraft ein. Viele Katzen kratzen deshalb auch direkt nach dem Aufwachen.
Eine Kratzmöglichkeit sollte daher groß und stabil genug sein, damit deine Katze die von ihr gewünschte Bewegung wirklich ausführen kann.
Grund #4: Anspannung und Aufregung
Kratzen kann Katzen dabei helfen, mit Anspannung umzugehen. Viele Katzen kratzen, wenn sie aufgeregt sind, nach einer Begegnung mit der Zweitkatze, beim Warten auf Futter oder wenn draußen eine fremde Katze auftaucht. Kratzen ist daher auch ein selbstberuhigendes Verhalten, das Spannungen abbauen kann.
Grund #5: Kommunikation und Beschäftigung
Wie reagierst du, wenn deine Katze an einer bestimmten Stelle kratzt? Sprichst du mit ihr, stehst du auf, öffnest eine Tür oder gehst zum Futterschrank?
Hat deine Katze gelernt, dass du zuverlässig reagierst, wenn sie am Sofa oder an der Tapete kratzt, habt ihr euch erfolgreich auf diese Art der Kommunikation geeinigt. Sie macht das nicht, um dich zu provozieren. Sie nutzt ein Verhalten, das funktioniert.
Warum das nicht automatisch heißt, dass du ihr Kratzen ignorieren solltest, erfährst du in diesem Beitrag.
Auch fehlende Beschäftigung kann dabei eine Rolle spielen. Wichtig ist aber, nicht pauschal „Langeweile“ zu sagen. Wir dürfen genauer hinschauen: Braucht deine Katze Spiel, Bewegung, Aufmerksamkeit, Zugang zu einer Ressource oder eine andere Möglichkeit, sich dir mitzuteilen?
Das sind die fünf wichtigsten Gründe, warum deine Katze kratzt. Jetzt bleibt natürlich die Frage offen, wie du deine Katze jetzt dazu bringst, nicht mehr an den Möbeln, Türen, Fenstern oder Tapeten zu kratzen. Das sehen wir uns jetzt an!
Tipp #1: Orte mit Bedeutung brauchen passende Kratzmöglichkeiten
Katzen markieren nicht einfach überall. Sie suchen sich dafür Orte aus, die aus ihrer Sicht Bedeutung haben. Das können Türen, Fenster, Schlafplätze oder Stellen sein, an denen deine Katze regelmäßig vorbeigeht und die Kratzspuren gut sichtbar sind.
Beobachte deine Katze dafür ein paar Tage:
- Wo kratzt sie?
- Wann kratzt sie dort?
- Kratzt sie senkrecht, waagerecht oder schräg?
- Was ist unmittelbar davor und danach passiert?
Biete ihr dann an genau diesen Stellen passende Kratzmöglichkeiten an. Kratzt sie an der linken Sofaecke, gehört die Alternative erstmal an die linke Sofaecke, und nicht zwei Räume weiter zum großen Kratzbaum.
Der Ort ist ein wichtiger Grund, warum deine Katze genau diese Stelle gewählt hat.
Tipp #2: Neue Gegenstände von Anfang an mitdenken
Neue Möbel, frisch tapezierte Wände und gerade erst geputzte Gegenstände werden besonders gern zum Kratzen genutzt. Das liegt daran, dass alles Neue noch nicht (genug) nach deiner Katze riecht. Katzen orientieren sich in ihrer Umgebung an dem Geruch. Das heißt, alles Unbekannte muss erstmal markiert werden, damit es zu einem neuen Orientierungspunkt wird.
Einerseits kannst du diese neuen Dinge mit etwas von deiner Katze „eindüfteln“. Nimm ein Bettchen, auf dem sie regelmäßig liegt und lege es auf die neue Couch. Nutze die Decke, die nach deiner Katze riecht und reibe damit die frisch tapezierte Wand ein. Das gibt schon ein wenig Sicherheit und macht den Gegenstand vertrauter. Auch Feliway kann helfen, sprühe es einfach auf die neuen, frisch geputzten Gegenstände.
Andererseits solltest du an größeren Möbeln und auch an Wänden von Anfang an erlaubte Kratzmöglichkeiten anbieten. Wie wäre es mit einem Kratzbrett, dass du an der Wand oder auf der Lehne deines neuen Sofas befestigst? Dort darf deine Katze dann kratzen und wird sogar auch noch dafür belohnt (dazu in Tipp #7 mehr).
Tipp #3: Sorge für passende Beschäftigung
Interaktives Spielen, Fummelbretter, Futtersuche und Clickertraining können Anspannung und Frustration reduzieren und gleichzeitig das Selbstbewusstsein deiner Katze stärken.
Wichtig ist allerdings: Beschäftigung ersetzt keine passende Kratzmöglichkeit. Eine ausgelastete Katze muss trotzdem kratzen. Sie braucht daher beides: Möglichkeiten für Spiel, Bewegung und Lernen sowie geeignete Flächen, an denen sie ihre Krallen einsetzen, sich strecken und Spuren hinterlassen kann.
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Tipp #4: Biete unterschiedliche Materialien an
Jede Katze ist einzigartig. Vor allem, wenn du mehrere Katzen hast, ist dir das vielleicht schon aufgefallen.
Die eine möchte mehr kuscheln, die andere bleibt lieber auf Distanz. Die eine beschäftigt sich gerne mit Fummelbrettern, die andere jagt lieber einer Angel nach. Und die eine kratzt am Sisalstamm, während die andere deutlich lieber das Sofa nutzt.
Katzen haben individuelle Vorlieben. Viele mögen Sisal, andere bevorzugen Karton, Holz oder bestimmte Textilien. Biete deiner Katze daher unterschiedliche Materialien an und beobachte, was sie lieber mag. Super zum Testen eignen sich sehr locker gewebte Sisal-Kratzbretter oder -teppiche, Kokosmatten, Maisstroh oder Kratzpappen. Bei Holz solltest du auf Weichholz zurückgreifen. Dazu gehören zum Beispiel Kiefer-, Fichten- oder Olivenholz.
Tipp #5: Nutze jede Dimension
So wie es beim Material unterschiedliche Vorlieben gibt, so gibt es sie auch bei den Dimensionen. Kratzbäume bieten primär vertikale Kratzflächen an. Manche Katzen bevorzugen es, horizontal oder diagonal zu kratzen.
Auch hier empfehle ich zu testen. Lege eine Kratzpappe einfach mal auf den Boden. Befestige ein Kratzbrett schief am Kratzbaum oder an der Wand.
Tipp #6: Mache unerwünschte Kratzstellen unbrauchbar
Sobald du eine passende Alternative in der Nähe der bisherigen Stelle geschaffen hast, darfst du deine Möbel oder Tapeten natürlich schützen. Bedürfnisorientiert mit einer Katze zu leben bedeutet nicht, dass du dein Sofa opfern musst.
Du kannst beispielsweise Decken, Folien oder glatte Abdeckungen nutzen, damit deine Katze nicht mehr an der bisherigen Stelle kratzen kann. Achte dabei allerdings darauf, dass es keine losen Teile gibt, an denen deine Katzen hängenbleiben oder die sie verschlucken könnte.
Von doppelseitigem Klebeband, Alufolie, Wasserspritzen, lauten Geräuschen oder abschreckenden Gerüchen rate ich dir ab. Das Ziel sollte nicht sein, deine Katze für ein natürliches Verhalten zu bestrafen, sondern das dahinterliegende Bedürfnis zu befriedigen, und den alten Ort etwas weniger geeignet zu machen.
Die Reihenfolge ist daher wichtig: Zuerst eine wirklich passende Alternative schaffen und erst dann die bisherige Oberfläche schützen.
Tipp #7: Katzenerziehung
Deine Katze muss nicht lernen, was „Nein“ bedeutet. Sie muss wissen, welche Möglichkeit sie stattdessen nutzen kann und wie sie ihr Bedürfnis dort genauso gut erfüllt.
Wenn deine Katze die neue Kratzfläche freiwillig untersucht oder daran kratzt, kannst du genau dieses Verhalten belohnen. Mit einem Markersignal kannst du ihr noch besser Feedback geben. Nach dem Motto: Ja, diese Entscheidung war genau richtig!
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Wichtig ist die Reihenfolge. Lock deine Katze nicht mit Futter zur Kratzfläche und setze ihre Pfoten nicht daran. Sie soll selbst auf die Idee kommen und sich freiwillig dafür entscheiden. Erst das gezeigte Verhalten wird belohnt, zum Beispiel mit Futter, Spiel oder einer anderen Sache, die deine Katze wirklich mag.
Bedenke außerdem, dass du das Kratzen an unerwünschten Stellen nicht verstärken solltest. Wenn jedes Kratzen am Sofa dazu führt, dass du aufspringst und sofort auf deine Katze einredest, kann daraus eine neue Verhaltenskette werden: Sofa kratzen => Mensch steht auf => ich bekomme Aufmerksamkeit
Kratzt deine Katze, weil sie etwas von dir möchte, schau zusätzlich auf die Funktion. Braucht sie Futter, Spiel, Aufmerksamkeit oder Zugang zu einem Raum? Ignoriere ihr Bedürfnis nicht einfach, sondern baue einen anderen zuverlässigen Kommunikationsweg auf.
Verändert sich das Kratzen plötzlich oder wird es deutlich häufiger und hektischer, schau bitte noch genauer hin. Stress, Konflikte im Mehrkatzenhaushalt, Veränderungen in der Umgebung, aber auch Schmerzen können das Verhalten beeinflussen. In diesem Fall sollte die Gesundheit immer mitgedacht und gegebenenfalls tierärztlich abgeklärt werden.
Fazit: Katze kratzt an Möbeln, Tapeten & Co
Katzen haben viele gute Gründe zu kratzen. Das Verhalten dient unter anderem der Krallenpflege, Bewegung, Orientierung, Kommunikation und dem Umgang mit Anspannung. Entsprechend ist es weder möglich noch sinnvoll, deiner Katze das Kratzen abzugewöhnen.
Das Ziel ist, zu verstehen, warum sie genau diese Stelle gewählt hat, und eine Alternative zu schaffen, die für sie wirklich gleichwertig ist. Schau dafür auf den Ort, das Material, die Ausrichtung, die Größe, die Stabilität und den Zeitpunkt.
Du darfst deine Möbel schützen und klare Grenzen haben. Deine Katze braucht dafür aber kein „Nein“, sondern eine bessere Möglichkeit, ihr Bedürfnis anders auszuleben.
So entsteht keine Katze, die sich nur zurückhält, solange du im Raum bist. Es entsteht eine Lösung, mit der ihr beide gut leben könnt.
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