Katzen zusammen aufgewachsen: Warum streiten sie plötzlich?

"Meine Katzen sind zusammen aufgewachsen. Warum streiten sie jetzt plötzlich?"

Deine Katzen sind Geschwister, gemeinsam bei dir eingezogen und waren von Anfang an unzertrennlich. Sie haben stundenlang miteinander gespielt, gekuschelt und am liebsten alles zusammen gemacht.

Doch inzwischen sieht das Zusammenleben ganz anders aus. Eine deiner Katzen faucht die andere immer wieder an. Es kommt regelmäßig zu Streit oder eine Katze zieht sich immer mehr zurück, während die andere ihr ständig hinterherläuft.

Du verstehst die Welt nicht mehr. Die beiden kennen sich doch von klein auf und haben sich immer gut verstanden. Warum funktioniert das plötzlich nicht mehr?

In diesem Beitrag erfährst du, warum sich Katzen, die gemeinsam aufgewachsen sind, anfangen zu streiten und wie du sie dabei unterstützt, wieder entspannt miteinander zu leben.

Du hörst lieber statt zu lesen?

Hier kannst du dir meine zugehörige Podcastfolge anhören:

Das Wichtigste in Kürze

Wenn Katzen, die zusammen aufgewachsen sind, anfangen miteinander zu streiten, stecken oft veränderte Bedürfnisse dahinter. Gerade in den ersten Lebensjahren verändert sich das Spiel- und Sozialverhalten unserer Katzen. Eine Katze möchte weiterhin ständig spielen und raufen, während die andere inzwischen lieber ihre Ruhe genießt. Dadurch prallen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Wichtig ist allerdings, auch Schmerzen und andere gesundheitliche Ursachen auszuschließen.

Damit deine Katzen wieder entspannter zusammenleben können, solltest du die Bedürfnisse jeder einzelnen Katze berücksichtigen, sie beim Erlernen neuer Fähigkeiten unterstützen und verhindern, dass sie ständig schlechte Erfahrungen miteinander machen.

Warum sich die Beziehung deiner Katzen beim Erwachsenwerden verändern kann

Wenn du zwei junge Katzen bei dir aufnimmst, wünschst du dir natürlich, dass sie sich ein Leben lang so gut verstehen wie am Anfang. Gerade bei Geschwistern oder Katzen, die gemeinsam aufgewachsen sind, scheint das oft selbstverständlich zu sein.

Als Kitten verbringen Katzen viel Zeit damit, miteinander zu spielen. Sie raufen, jagen sich gegenseitig durch die Wohnung und erkunden gemeinsam ihre Umgebung. Dabei lernen sie jede Menge. Sie üben ihre jagdlichen Fähigkeiten, sammeln soziale Erfahrungen und lernen, mit anderen Katzen zu kommunizieren.

Doch irgendwann werden aus den kleinen Kitten erwachsene Katzen. Und damit können sich auch ihre Interessen verändern.

Eine deiner Katzen hat inzwischen vielleicht gar kein Interesse mehr daran, ständig mit ihrem Bruder zu raufen. Sie möchte lieber am Fenster liegen, die Vögel beobachten oder einfach in Ruhe schlafen. Die andere Katze ist dagegen noch genauso aktiv wie früher. Sie möchte spielen, raufen und durch die Wohnung jagen.

Keine der beiden Katzen macht etwas falsch. Sie haben inzwischen einfach unterschiedliche Bedürfnisse. Und genau daraus können Konflikte entstehen.

Bevor du von veränderten Bedürfnissen ausgehst: Denk auch an die Gesundheit

Wenn eine Katze plötzlich nicht mehr spielen oder raufen möchte, solltest du unbedingt auch an Schmerzen oder andere gesundheitliche Ursachen denken. Schließlich können Schmerzen dazu führen, dass eine Katze bestimmte Aktivitäten vermeidet oder gereizt reagiert, wenn ihre Partnerkatze sie berührt. Dahinter können beispielsweise Gelenkprobleme, Zahnschmerzen, Bauchschmerzen oder andere Erkrankungen stecken.

Katzen zeigen Schmerzen oft sehr subtil. Es kann deshalb sein, dass deine Katze weiterhin normal frisst, mit dir kuschelt und sich ansonsten recht unauffällig verhält. Trotzdem möchte sie nicht mehr mit ihrer Partnerkatze spielen oder reagiert plötzlich abwehrend, wenn diese Kontakt sucht.

Wenn sich das Verhalten deiner Katze verändert, ist eine tierärztliche Abklärung deshalb besonders wichtig, auch in jungen Jahren.

Daniela hat in ihrem Interview beispielsweise geteilt, dass ihre sehr jungen Katzen schon mehrere Erkrankungen hatten. Hör gerne rein, wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie Daniela die Probleme zwischen ihren Katzen aus der Welt geschafft hat.

Wenn du unsicher bist, ob Schmerzen hinter der Veränderung stecken könnten, findest du in meinem Beitrag „Schmerzen bei Katzen erkennen“ fünf Bereiche, auf die du im Alltag achten kannst.

Warum deine Katzen jetzt neue Fähigkeiten brauchen

Gehen wir davon aus, dass deine Katzen gesund sind und sich ihre Bedürfnisse tatsächlich verändert haben.

Früher musste der ruhigere Kater seinem Bruder kaum zeigen, dass er gerade nicht spielen möchte. Er hatte ja selbst immer Lust darauf. Jetzt ist das anders. Er möchte seine Ruhe haben und muss lernen, seine Grenzen deutlich zu kommunizieren.

Gleichzeitig steht auch der aktive Kater vor einer neuen Herausforderung. Er möchte unbedingt spielen, aber sein Bruder möchte nicht mitmachen. Und damit muss er erst einmal umgehen können.

Hier kommen drei wichtige Fähigkeiten bei den beiden ins Spiel:

  • Frustrationstoleranz: Deine Katze lernt, damit umzugehen, wenn sie etwas gerade nicht bekommen kann, obwohl sie es gerne möchte.
  • Impulskontrolle: Deine Katze lernt, nicht jedem Impuls sofort nachzugehen, sondern auch einmal innezuhalten und sich anders zu verhalten.
  • Selbstvertrauen: Deine Katze lernt, selbstbewusst eine Grenze zu setzen.

Wenn dein aktiver Kater bisher immer einen begeisterten Spielpartner hatte, musste er noch kaum lernen, ein Nein zu akzeptieren. Und wenn sein Bruder bisher nie Grenzen setzen musste, fällt es ihm möglicherweise schwer, die Grenze richtig zu kommunizieren.

Das bedeutet allerdings nicht, dass deine Katzen diese Situationen einfach untereinander klären sollten. Du kannst ihnen dabei helfen, die notwendigen Fähigkeiten zu entwickeln und wieder besser miteinander zurechtzukommen.

Was du tun kannst, wenn deine Katzen plötzlich streiten

Wenn deine Katzen unterschiedliche Bedürfnisse entwickelt haben, solltest du dir zuerst ansehen, was jede einzelne Katze für einen glücklichen Alltag braucht. Gleichzeitig kannst du sie dabei unterstützen, besser miteinander umzugehen und verhindern, dass sie immer wieder in Konflikte geraten.

1. Erfülle die Bedürfnisse deiner Katzen individuell

Wenn einer deiner Kater unglaublich gerne rauft, sein Bruder aber nicht mehr mitmachen möchte, braucht der aktive Kater andere Möglichkeiten, sein Bedürfnis nach Spiel und Beschäftigung zu erfüllen.

Dafür kannst du zusätzliche Spielzeiten mit ihm einplanen. Manche Katzen lieben es, einer Spielangel hinterherzujagen, andere raufen gerne mit einem geeigneten Spielzeug. Auch Futterbeschäftigung kann eine sinnvolle Ergänzung sein.

Wichtig ist, dass du dir ansiehst, was deine Katze tatsächlich braucht und welche Aktivitäten ihr Freude machen. Denn nicht jede Beschäftigung erfüllt dasselbe Bedürfnis.

Achte außerdem darauf, dass jede deiner Katzen auch eigene Spielzeiten mit dir bekommt. Gerade wenn eine Katze deutlich aktiver ist als die andere, kann gemeinsames Spiel schnell dazu führen, dass eine Katze ständig zu kurz kommt.

Und der ruhigere Kater sollte nicht mehr als Spielpartner herhalten müssen, wenn er gerade keine Lust darauf hat.

Wenn eine deiner Katzen deutlich aktiver ist als die andere, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Warum unterschiedliche Persönlichkeiten trotzdem gut zusammenpassen können, erfährst du in meinem Beitrag „Aktive Katze, ruhige Katze“.

2. Unterstütze deine Katzen dabei, neue Fähigkeiten zu entwickeln

Neben der passenden Beschäftigung kannst du mit deinen Katzen auch gezielt trainieren. Dein aktiver Kater kann beispielsweise lernen, sich von seinem Bruder abzuwenden, wenn dieser gerade keinen Kontakt möchte. Statt sofort hinterherzulaufen, kann er lernen, sich an dir zu orientieren oder einer anderen Beschäftigung nachzugehen.

Dafür kannst du ihm über positives Training ein passendes Alternativverhalten beibringen. Ein Rückruf, bei dem deine Katze auf dein Signal zu dir kommt, kann beispielsweise helfen, schwierige Begegnungen frühzeitig aufzulösen. Auch ein trainierter Parkplatz, also ein fester Platz, den deine Katze auf Signal aufsucht, kann im Alltag sehr hilfreich sein.

Gleichzeitig kannst du ihre Frustrationstoleranz und Impulskontrolle schrittweise stärken. Denn wenn dein aktiver Kater besser damit umgehen kann, dass sein Bruder gerade keine Lust auf Kontakt hat, entlastet das beide Katzen.

Wichtig ist dabei, dass du deine Katzen nicht immer wieder in schwierige Situationen bringst, damit sie etwas lernen. Das Training soll sie auf solche Situationen vorbereiten und ihnen helfen, erfolgreich damit umzugehen.

3. Passe die Umgebung an die Bedürfnisse deiner Katzen an

Natürlich solltest du auch die Bedürfnisse deiner ruhigeren Katze berücksichtigen. Wenn sie nicht mehr ständig mit ihrem Bruder spielen möchte, braucht sie Möglichkeiten, sich zurückzuziehen und ihre Ruhe zu genießen.

Dafür können zusätzliche erhöhte Liegeplätze, ruhige Schlafplätze oder alternative Wege durch die Wohnung sinnvoll sein. Wichtig ist dabei, dass deine Katze diese Plätze tatsächlich ungestört nutzen kann.

Ein erhöhter Liegeplatz bringt schließlich wenig, wenn der aktive Kater sie dort ständig bedrängt oder ihr den Weg versperrt. Achte deshalb darauf, dass deine Katze ihre Rückzugsorte sicher erreichen und auch wieder verlassen kann. Gerade bei erhöhten Plätzen können mehrere Zugänge und Fluchtwege hilfreich sein.

Verändere die Umgebung dabei möglichst so, dass deine Katzen weiterhin ihre gewohnten und sicheren Plätze nutzen können. Denn eine Wohnung, die früher wunderbar für deine Katzen funktioniert hat, kann ihren heutigen Bedürfnissen inzwischen nicht mehr gerecht werden.

4. Verhindere, dass deine Katzen ständig schlechte Erfahrungen miteinander machen

Wenn eine Katze immer wieder Kontakt sucht und die andere sich ständig dagegen wehren muss, belastet das auf Dauer die Beziehung.

Die ruhigere Katze lernt, dass die Anwesenheit ihres Bruders unangenehm sein kann. Irgendwann beginnt sie möglicherweise schon zu fauchen, sobald er sich nähert, weil sie damit rechnet, gleich wieder bedrängt zu werden. Der aktive Kater erlebt gleichzeitig immer wieder Frustration und Konflikte. Deshalb solltest du nicht einfach abwarten, bis die beiden das irgendwann selbst klären.

Schau dir an, in welchen Situationen die Konflikte entstehen und wie du deine Katzen frühzeitig unterstützen kannst.

Du kannst den aktiven Kater beispielsweise rechtzeitig in eine andere Beschäftigung einbinden, bevor er seinen Bruder bedrängt. Oder du begleitest bestimmte Begegnungen vorübergehend enger, damit beide Katzen wieder positive Erfahrungen miteinander sammeln können.

Wie viel Unterstützung notwendig ist, hängt davon ab, wie stark die Konflikte bereits ausgeprägt sind. Bei heftigen oder regelmäßigen Auseinandersetzungen kann auch eine vorübergehende räumliche Trennung sinnvoll sein, um die Situation zu beruhigen und anschließend gezielt an einer Verbesserung der Beziehung zu arbeiten.

Eine kleine Aufgabe: Wie hat sich die Beziehung deiner Katzen verändert?

Zum Abschluss möchte ich dir eine kleine Aufgabe mitgeben. Überlege einmal, wie deine Katzen früher miteinander umgegangen sind:

  • Haben sie viel miteinander gespielt und gerauft?
  • Haben sie gerne miteinander gekuschelt?
  • Haben beide regelmäßig die Nähe der anderen Katze gesucht?
  • Welche Aktivitäten haben sie besonders gerne gemeinsam gemacht?

Und jetzt sieh dir an, wie das heute aussieht: Gibt es Situationen, in denen eine deiner Katzen keinen Kontakt mehr möchte, die andere aber nicht locker lässt? Hat eine deiner Katzen früher gerne gerauft, zieht sich inzwischen aber lieber zurück?

Neben den offensichtlichen Streitereien können dir auch kleine Veränderungen im Alltag viel über die Beziehung deiner Katzen verraten. Beispielsweise wenn eine Katze bestimmte Liegeplätze nicht mehr nutzt oder regelmäßig das Zimmer verlässt, sobald ihre Partnerkatze auftaucht.

Solche Beobachtungen können dir wertvolle Hinweise darauf geben, welche Bedürfnisse sich verändert haben und wo deine Katzen Unterstützung brauchen.

Notiere dir einige Tage lang, wann deine Katzen Kontakt zueinander suchen, wann sie sich zurückziehen und wie die jeweils andere Katze darauf reagiert. So kannst du leichter erkennen, in welchen Situationen Konflikte entstehen und was deine Katzen dabei brauchen.

Fazit: Deine Katzen dürfen sich verändern - und ihre Beziehung auch

Wenn deine Katzen gemeinsam aufgewachsen sind und heute plötzlich miteinander streiten, heißt das nicht automatisch, dass ihre Beziehung verloren ist. Aber es bedeutet, dass du genauer hinsehen solltest.

Welche Bedürfnisse haben deine Katzen heute? Welche Fähigkeiten fehlen ihnen noch, um mit unterschiedlichen Interessen umzugehen? Und welche Rahmenbedingungen brauchen sie, damit sie sich im Alltag wieder wohlfühlen können?

Das Ziel ist schließlich, dass jede deiner Katzen ihren Alltag genießen kann und die beiden wieder entspannt miteinander leben können. Und dafür kannst du unglaublich viel tun.

Du wünschst dir wieder mehr Harmonie zwischen deinen Katzen?

Wenn deine Katzen immer wieder miteinander streiten und du dir wünschst, dass sie wieder entspannt zusammenleben können, dann lade ich dich herzlich zu meiner 7-Tage-Harmonie-Challenge für 0 € ein.

Wir starten am 23. November 2026 und beschäftigen uns sieben Tage lang damit, was unsere Katzen für ein glückliches und harmonisches Zusammenleben brauchen.

Du lernst, deine Katzen besser zu verstehen, ihre individuellen Bedürfnisse zu erkennen und herauszufinden, wie du sie auf dem Weg zu mehr Harmonie unterstützen kannst. Denn nachhaltige Harmonie entsteht, wenn wir die Ursachen für Konflikte erkennen und gezielt daran arbeiten.

Hier kannst du dich für 0 € zur 7-Tage-Harmonie-Challenge anmelden.

Ich freue mich, wenn du dabei bist! 💚

Cindy Maslowski | Miezliebe

Hey, ich bin Cindy Maslowski!

Ich bin ausgebildete Katzenverhaltensberaterin und Katzentrainerin, spezialisiert auf Mehrkatzenhaushalte. Ich zeige dir, wie du deine Katzen besser verstehst und ihnen zu einem entspannten Zusammenleben verhilfst. 

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Häufig gestellte Fragen

Während der Pubertät und beim Erwachsenwerden können sich die Bedürfnisse und das Sozialverhalten von Katzen verändern. Dadurch können neue Konflikte entstehen. Wiederkehrenden Streit solltest du allerdings ernst nehmen und die Ursachen dafür abklären.

Ja, auch nach längeren Konflikten können Katzen wieder eine gute Beziehung entwickeln. Wie gut das gelingt, hängt unter anderem von den Ursachen, den bisherigen Erfahrungen miteinander und den individuellen Bedürfnissen ab.

Solange zwischen deinen vorhandenen Katzen Konflikte bestehen, würde ich davon abraten. Eine weitere Katze kann zusätzliche Spannungen verursachen. Zuerst solltest du herausfinden, welche Bedürfnisse deine Katzen haben und wie du ihre Beziehung verbessern kannst.

Schau dir zuerst an, warum deine Katze den Kontakt sucht und wie ihr Bruder darauf reagiert. Sorge dafür, dass die verfolgte Katze ungestört ausweichen kann, und unterstütze die aktive Katze mit passenden Beschäftigungsmöglichkeiten und gezieltem Training. Verhindere, dass es ständig zu weiteren Verfolgungen kommt.

Ja, das ist möglich. Allerdings verändern sich die Vorlieben von Katzen im Laufe ihres Lebens. Auch Katzen, die nicht miteinander kuscheln, können eine harmonische Beziehung haben. Wichtig ist, dass beide Katzen freiwillig Kontakt suchen und sich miteinander wohlfühlen.

Cindy Maslowski | Miezliebe

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